2016 brauchen wir mehr europäische Cloud-Zusammenarbeit

Im November besuchte ich die Cloud Expo Europe, die dieses Jahr in Frankfurt stattfand. Neben den neuesten Entwicklungen im Bereich Technologie stand dieses große Event auch im Zeichen aktueller Themen wie Sicherheit, Datenschutz und europäische Zusammenarbeit. Hauptsächlich Letzteres ist in diesen Zeiten von Terrorismus und Flüchtlingskrise wichtiger denn je. Sowohl in der physikalischen als auch in der digitalen Welt.

Es ist noch nicht so lange her, dass die niederländischen Unternehmen in heller Aufregung durch den Safe Harbor Act waren, der vom Europäischen Gerichtshof kassiert wurde. Mit diesem Urteil wurde faktisch behauptet, dass sensible Daten von Niederländern in amerikanischen Datacentern nicht mehr sicher sind. Auf der Cloud Expo durfte ich an einem Panel teilnehmen, bei dem das Thema cloud security besprochen wurde. Das Hauptthema dieser Podiumsdiskussion war, wie man Sicherheit in die Cloud implementiert, aber es war auffallend, dass es vor allem viele Fragen zum Wegfall des Safe Harbor Acts gab. Wie kann man hiermit am Besten umgehen? Meine Antwort auf die Frage, wie man es verhindern kann, dass die eigenen Daten dennoch nach Amerika gelangen, war daher: „Sorgen Sie dafür, dass Sie bei einem Cloud-Lieferanten sind, der keine Bande mit amerikanischen Niederlassungen hat oder selbst Teil einer solchen Partei ist. Wählen Sie einen europäischen Hoster mit Niederlassungen in Europa.“ Das ist vielleicht eine Predigt in eigener Sache, aber wohl die einzige Art, wirklich sicher zu sein.

Starke europäische Bande

Wir sehen, dass sich die Trennlinie zwischen Europa und den USA im Bereich Sicherheit immer weiter auseinander entwickelt. Das verstärkt die Bande in Europa, was bestimmt zwischen den Niederlanden und Deutschland der Fall ist. Ich sehe, dass immer mehr Zusammenarbeit zwischen niederländischen und deutschen Cloud-Lieferanten entsteht. Der Grund ist, dass die Datacenter in den Niederlanden wegen den relativ geringen Energiekosten oft preisgünstiger sind und in Deutschland wiederum Maßstabsvorteile vorteilhaft sein können. Daneben teilen unsere Länder Internet Exchanges als Fallback, was die Zusammenarbeit im Bereich Cloud-Dienstleistung noch weiter fördert. Ich erwarte, dass sich diese Interaktion zwischen den Niederlanden und Deutschland noch weiter intensiviert.

Cloud-Wachstum und KMUs

Das Cloud-Business ist noch immer am wachsen und davon profitieren die Niederlande als digitale Gateway nach Europa. Denn neben Schiphol und dem Rotterdamer Hafen ist unser digitaler Sektor mittlerweile der drittgrößte Mainport unseres Landes. Eine Position, die sich in den nächsten zehn Jahren zweifelsfrei noch weiter verbessert.

Die Marktforscher von IDC erwarten in ihren Worldwide Cloud 2016 Predictions, dass 2018 mindestens die Hälfte der IT-Ausgaben von Unternehmen Cloud basiert sind. Ihre Einschätzung lautet, dass dies 2020 auf 60% für alle Infrastruktur und 60 bis 70% für alle Software, Services und Technologieausgaben gestiegen ist. Das sind enorme Zahlen. Hinzu kommt, dass KMUs in den Niederlanden Vorreiter in der Cloud-Akzeptanz sind, die laut den neuesten Zahlen des CBS für 60% des BIP sorgen. Mit Blick auf die Zukunft denke ich daher, dass es gut sein kann, wenn wir uns in Europa an den Händen anfassen, um diese Zielgruppe für uns zu gewinnen. Wir müssten uns als ein Netzwerk von zuverlässigen Clouds positionieren, das die sichere Speicherung von persönlichen Daten garantiert und nicht versucht, vertrauliche Kommunikation der Überwachung unterzuordnen. So können wir uns im Bereich Sicherheit und Datenschutz abheben und ein wirklicher internationaler 'Safe Harbor' für Daten mit einem Netzwerk von sicheren Clouds werden. Dies wird unserer Wirtschaft einen großen Beitrag liefern, in der der digitale Sektor dann eine treibende Kraft wird. Dies scheint mir eine schöne Zielsetzung für dieses Jahr zu sein und damit wünsche ich Ihnen ein gutes und erfolgreiches 2016.

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