Vier Datacenter-Trends für 2016

Das Jahresende ist nahe und das ist immer ein guter Zeitpunkt, um nach vorne zu schauen. Ich habe vier Trends aufgelistet, die 2016 eine große Rolle in der Datacenter-Branche spielen werden.

Daten und Applikationen ziehen in externe Clouds um

Die Struktur und Zusammensetzung von Datacentern ändert sich im Laufe der Jahre stark durch das Aufkommen von Cloud Computing. Datacenter, die Endnutzer selbst beherbergen, schrumpfen und immer weniger Applikationen und IT werden vom Endnutzer selbst gehostet. Daten und Applikationen werden immer öfter von Technologiefirmen gehostet, die kommerzielle Multi-Tenant-Datacenter nutzen. Untersuchungen von Pb7 Research im Auftrag von Dutch Datacenter Association zeigen das schön auf. Rund 43 Prozent der Speicherkapazität im Datacenter-Markt ist jetzt für Hoster, online Dienstleister und SaaS-Lieferanten reserviert. Und dieser Prozentsatz steigt. Ich erwarte, dass 2016 die Hälfte des Storage von Technologiefirmen geregelt wird.

Portalfunktion

Verwalter von Datacentern sind daran gewöhnt, dass sie mithilfe eines Webportals und mit ein paar Mausklicks ihren Storage und Server fernbedienen und skalieren können. Datacenter-Lieferanten bewegen sich hierin mit und bieten diese Art von Portalfunktion immer öfter an. Wir selbst beispielsweise haben vor Kurzem auch solch ein Portal eingeführt. Neben Storage und Infrastruktur können Sie über solche ein Portal auch zusätzliche Dienste aufrüsten wie beispielsweise das Aufspielen zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen. Kollokation und klassische Datacenter-Infrastruktur, bei der der Datacenter-Lieferant gewissermaßen wenig Extras zu bieten hat, kommen immer seltener vor. Datacenter-Lieferanten, die sich weiter darauf richten, werden letztendlich von den Lieferanten, die zusätzliche Dienste anbieten, abgehängt.

Full-SSD wird zum Standard

Der Infrastrukturmarkt befindet sich schon seit einigen Jahren im Bann des Übergangs von der Spinning Disk (HDD) zu Flash Storage (SSD). SSD bietet die Möglichkeit, Daten schneller aufzurufen und zu schreiben, braucht weniger Strom und fällt seltener aus. Was einem sofortigen Durchbruch entgegenstand, war vor allem der Preis. Der Preis für ein Terabyte Speicherplatz mit SSD war etwas höher als der für HDD. In den vergangenen Jahren wurde daher noch meistens hybrider Speicher verkauft mit SSD für Tier 1 Applikationen und die besten Leistungen und HDD für Applikationen, die weniger entscheidend sind. Im vergangenen Jahr sank der Preis für SSD allerdings beträchtlich. Ich erwarte daher, dass sich die Datacenter-Lieferanten im kommenden Jahr immer öfter für Full-SSD-Speicherung entscheiden.

Tier 1 Standort wird immer weniger relevant

Früher wurden fast alle Applikationen aus einem Datacenter unterstützt. Das ist ein Risiko, denn wenn der eine Standort von einer Katastrophe oder Störung getroffen wird, liegt die komplette IT-Infrastruktur darnieder. Es war wichtig, ausreichende Maßnahmen vor Katastrophen zu ergreifen und die Kunden haben sich die Datacenter-Standorte daher sehr genau angesehen. Gegenwärtig allerdings sind Datacenter meistens untereinander verbunden und der Betrieb wird durch mehrere externe Clouds unterstützt. Die Folge ist, dass ein Ausfall weniger katastrophale Folgen hat. Anstatt der Wahl eines Tier 1 Standorts werden Daten aktuell meistens an drei verschiedenen Tier 3 Standorten gespeichert. Tier 1 Standorte werden also weniger relevant.

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